Archiv für Januar 2008

Unterschriftenliste

Auf unserer Versammlung haben wir auch beschlossen, unseren Forderungen mit einer Unterschriftensammlung Nachdruck zu verleihen. Hier die dazugehörige Liste – bitte ausdrucken und sammeln gehen! Nicht zuletzt eine gute Möglichkeit, mit KollegInnen ins Gespräch zu kommen und sie über die Situation sowie die Hilfskraftinitiative zu informieren.

Unterschriftenliste

Beschwerdeschreiben an Herrn Nienhaus

Am Hochschulrechenzentrum ist folgender Beschwerdebrief von Betroffenen an den Präsidenten Volker Nienhaus entstanden. Gerne kann er auch von anderen genutzt werden, die ihren Unmut gegnüber dem verantwortlichen Entscheidungsträger zum Ausdruck bringen möchten.

Beschwerdebrief an Herrn Nienhaus

Hilfskräfteversammlung fordert Lohnerhöhung

Etwa einhundert Hilfskräfte haben die Hochschulleitung gestern einstimmig aufgefordert, auch Hilfskräften mit und ohne Abschluss ab April 2,4 Prozent mehr Lohn zu zahlen. Gegen diese Gleichbehandlung mit den übrigen Landesbediensteten hatten sich Präsident und Kanzler der Universität im Senat ausgesprochen. Die Hilfskräfteversammlung wählte eine Verhandlungskommission, die das Gespräch mit der Hochschulleitung suchen soll. Verhandeln werden Hilfskräfte mit und ohne Abschluss aus unterschiedlichen Fachbereichen und zentralen Einrichtungen. Im April soll eine weiter Versammlung die Verhandlungsergebnisse bewerten und ggf. „über weitere Schritte zur Durchsetzung unserer berechtigten Forderungen entscheiden“.
In der Diskussion wurden weitere Probleme deutlich. Stundenlohn und Stundenumfang der Verträge machen es unmöglich, mit einer studentischen Hilfskraftstelle den Lebensunterhalt zu bestreiten – manche müssen neben ihrem Job jobben. Kurze Vertragslaufzeiten erschweren das Planen. Oft fehlen Informationen über die eigenen Rechte, die sich etwa aus dem Bundesurlaubsgesetz ergeben. Viele studentische Hilfskräfte haben hauptsächlich oder ausschliesslich Verwaltungsaufgaben, was nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts unzulässig ist. Solche Hilfskräfte können (z.B. mit Hilfe des gewerkschaftlichen Rechtsschutzes) eine tarifliche Anstellung erstreiten und für ein halbes Jahr rückwirkend den entgangenen Lohn nachfordern. Viele Hilfskräfte arbeiten zudem nachts und am Wochenende – da sie keine tariflichen Nacht- und Wochenendzuschlägen bekommen, sind sie konkurrenzlos billig.

Der Beschluss der Versammlung im Wortlaut:

„Resolution der Versammlung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte an der Uni Marburg, 29. Januar 2008
Wir studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte sind eine der grössten Beschäftigtengruppen an den Hochschulen. In unseren vielfältigen Tätigkeitsfeldern in allen universitären Bereichen leisten wir einen unverzichtbaren Beitrag zu hochwertiger Forschung und Lehre an den Hochschulen.
Unserer qualifizierten und motivierten Arbeit stehen jedoch oftmals problematische Arbeitsbedingung entgegen: Arbeitsrechtliche Standards wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlter Urlaub werden systematisch umgangen. Besonders problematisch ist die Bezahlung der Arbeitsverhältnisse: Der Stundenlohn von 8,02 Euro für studentische Hilfskräfte an Universitäten und 5,58 Euro an Fachhochschulen sowie von 12,69 Euro für wissenschaftliche Hilfskräfte wurde seit 1993 nicht mehr angehoben. Nun sollen wir auch aus der gesetzlichen Entgelterhöhung der Tarifbeschäftigten 2007/2008 ausgenommen werden.
Studentische Hilfskräfte sind aus dem hessischen Personalvertretungsrecht in der Regel ausgenommen. Dadurch kann der Personalrat unsere Interessen mithilfe seiner Mitbestimmungs- und Schutzrechte nur eingeschränkt vertreten. In Berlin hingegen existiert ein eigenständiger Personalrat der studentischen Hilfskräfte, der deren Interessen gegenüber der Universität vertritt und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Bestimmungen zu Gunsten der Beschäftigten überwacht.
Wir sind empört über die Ungleichbehandlung von wissenschaftlichen Hilfskräften im Vergleich zu wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, die nach dem Tarifvertrag bezahlt werden: Dieser sichert nicht nur einen deutlich höheren Lohn, sondern auch weitere Vorteile, wie sechswöchigen Tarifurlaub gegenüber vier Wochen gesetzlichen Urlaub bei den Hilfskräften. Inhaltlich und bezogen auf die Qualifikation unterscheidet sich die Arbeit von wissenschaftlichen Hilfskräften nicht von der Arbeit der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen.
Im Jahr 2004 hat das Land Hessen den einzelnen Hochschulen die Verantwortung für die Bezahlung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte übertragen. Wir verlangen von der Philipps-Universität:
1. die Einbeziehung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte in alle Entgelterhöhungen der Tarifbeschäftigten
2. weitergehende Erhöhungen, um den Reallohnverlust der letzten 15 Jahre auszugleichen
3. die Einhaltung von allen arbeitsrechtlichen Bestimmungen
Das Land Hessen fordern wir dazu auf,
1. die studentischen Hilfskräfte in das Personalvertretungsrecht einzubeziehen
2. mit den Gewerkschaften die Arbeitsbedingungen der studentischen Hilfskräfte tarifvertraglich zu regeln
3. die wissenschaftlichen Hilfskräfte mit den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen gleichzustellen
Wir fordern die Universität auf, bis zum 31. März 2008 den ersten Punkt unserer Forderungen umzusetzen und verbindliche Zusagen zu Punkt 2) und 3) zu geben. Sollte das Präsidium unseren Forderungen nicht nachkommen, werden wir über weitere Schritte zur Durchsetzung unserer berechtigten Forderungen entscheiden. “

Tarifinitiative in Kassel gegründet!

Auch in Kassel tut sich was:

www.fairer-lohn.de

Solidarische Grüße!

Bielefeld macht´s vor

Die Universität Bielefeld zeigt, dass die überfällige Erhöhung der Stundensätze der Hilfskräfte möglich ist. Dort gelten ab 1. April 2008 Stundensätze von 8,56 Euro für studentische Hilfskräfte, 9.98 Euro für wissenschaftliche Hilfskräfte mit B.A.- oder Diplom I-Abschluss und 13,55 Euro für wissenschaftliche Hilfskräfte mit M.A.-, Diplom- oder Magisterabschluss. Dies regelt eine neue Richtlinie der Universität.

Anfrage zu Hilfskräften an das Präsidium

Zur Sitzung des Senats am 17.12. hat das Senatsmitglied Andreas Piper eine Anfrage zu studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften an das Präsidium der Philipps-Universität gerichtet. In der Antwort des Kanzlers fehlen noch die Angaben zur Zahl der Beschäfftigten und deren Arbeitsverträgen. Auch um die politisch besonders brisanten Fragen hat sich Kanzler Friedhelm Nonne gedrückt, das Argument der „Deckelung“ ist sachlich falsch:

„Dr. Nonne erklärt, dass sich die Verwaltung bemühe, die erforderlichen Daten auf die o. g. Frage zusammenzustellen. Eine detaillierte Beantwortung werde zu gegebener Zeit erfolgen. Auf Frage 4, ob es möglich sei qualifizierte Bewerber für Hilfskraftjobs zu gewinnen, antwortet der Kanzler, dass diese Diskussion im Erweiterten Präsidium geführt worden sei. Dort sei die Rückmeldung erfolgt, dass weniger finanzielle als vielmehr strukturelle Probleme (neue Studienstrukturen, weniger Zeit, im Bereich der Informatik haben Studierenden besser Verdienstmöglichkeiten außerhalb der Universität) dafür verantwortlich seien, dass es in einigen Bereichen schwierig sei, studentische Hilfskräfte zu finden. Zu Frage 5 (Gehaltssteigerung der Hilfskräfte) führt der Kanzler aus, dass zur Zeit an allen hessischen Universitäten nach dem Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Länder über eine Erhöhung der Hilfskraftgehälter diskutiert würde. Eine Entscheidung stehe noch aus. Konsens gebe es lediglich darüber, dass die Stundensätze an allen hessischen Universitäten gleich sein sollten. Der Präsident ergänzt, dass es im Falle einer Erhöhung der Stundensätze tendenziell zu einer Verkürzung des Arbeitsvolumens kommen werde, da aufgrund des gedeckelten Budgets für Gehaltssteigerungen keinezusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden könnten.“

Versammlung am 29. Januar!

Am 29. Januar soll eine Versammlung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte stattfinden.

--> 29. Januar, 18 Uhr, Hörsaalgebäude Biegenstraße, HS 114 < --

Geplant ist, über den Stand der Dinge zu informieren und zu überlegen, wie wir weitermachen. Kommt zahlreich! Bringt KollegInnen und Ideen mit!

Wer sich in die Vorbereitung einklinken möchte, sollte entweder zu den Treffen der Hilfskraftinitiative kommen oder eine mail an hilfskraft@gmx.net schreiben.
An diese Adresse kann sich auch wenden, wer gerne auf den Mailverteiler der Hilfskraftinitiative möchte.

Personalversammlung fordert Verbesserungen für Hilfskräfte

Auf der Personalversammlung der Philipps-Universität am 7. Dezember 2007 haben wir spontan einen Antrag zur Situation von wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräften eingebracht. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Im Vorfeld wurde der Kanzler Friedhelm Nonne auf die Problematik aufmerksam gemacht, ohne dass er substantielles Wissen oder Interesse an dem Thema an den Tag legte.

Der Wortlaut des Antrags ist:

Hiermit fordern wir die Philipps-Universität auf, die ihr vom Land Hessen übertragene Verantwortung für die Vergütung der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte wahrzunehmen.

Wir fordern:

1. Die Einbeziehung in alle Entgelterhöhungen und Einmalzahlungen der Tarifbeschäftigten.

2. Weitergehende Erhöhung, um den Reallohnverlust der letzten Jahrzehnte auszugleichen.

Wir fordern den Personalrat auf, die Belange der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte mit Abschluss engagiert zu vertreten.