Wir sind viele!

Am 1.12.2007 gab es an der Philipps-Universität 124 wissenschaftliche Hilfskräfte und 1.130 studentische Hilfskräfte. Die meisten wissenschaftlichen Hilfskräfte entfallen dabei auf die Fachbereiche Gesellschaftswissenschaften (16), Erziehungswissenschaften (13) und Germanistik (12). Die meisten studentischen Hilfskräfte arbeiten in der Germanistik (119), den Gesellschaftswissenschaften (114) un der Medizin (85).

Die durchschnittliche Vertragslaufzeit liegt bei den wissenschaftlichen Hilfskräften bei 254,33 Tagen und bei den studentischen Hilfskräften bei 174,74 Tagen. Die durchschnittliche Monatsarbeitszeit beträgt bei den wissenschaftlichen Hilfskräften 63,83 Stunden, bei den studentischen Hilfskräften 31,2 Stunden. Dies bestätigt ein wesentliches Ergebnis der Marburger Hilfskraftstudie (vgl. Regelmann 2005): Die Arbeitsverhältnisse sind in allen Hinsichten prekär: Die Vertragslaufzeit ist sehr kurz: meist weniger als ein Semester bei den studentischen und weniger als ein Jahr bei den wissenschaftlichen Hilfskräften. Der Umfang der Arbeitsverhältnisse ist zu gering, um einen relevanten Beitrag zum Lebensunterhalt leisten zu können. Bei den wissenschaftlichen Hilfskräften, bei denen die Stelle in der Regel das einzige Einkommen sein dürfte, liegt er deutlich unter dem Umfang von einer halben Stelle!

23% der wissenschaftlichen Hilfskräfte und 26% der studentischen Hilfskräfte werden aus „Studienbeitragsmitteln“ finanziert. Etwa in dieser Größenordnung hat die Zahl der Hilfskräfte im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Diese Zahlen bestätigen einen Kritikpunkt an den Studiengebühren: Sie führen offensichtlich nicht zu einem Ausbau der regulären Mittelbau- und Professorenstellen, sondern nur zu einer Ausdehnung von prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Der Frauenanteil liegt bei den wissenschaftlichen Hilfskräften bei 51% und bei den studentischen Hilfskräften bei 55%. Dabei entspricht der Anteil der Frauen an den studentischen Hilfskräften noch ihrem Anteil an den Studierenden, der 55,9% beträgt. Doch schon bei den wissenschaftlichen Hilfskräften scheint der bekannte Zusammenhang einzusetzen, dass Frauen auf den höheren akademischen Hirarchieebenen immer seltener vertreten sind.

Die Ergebnisse finden sich in der Antwort des Präsidiums auf eine Senatsanfrage:

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