Archiv für März 2008

You‘ll never walk alone…

Auch in Frankfurt organisieren sich die KollegInnen Hilfskräfte:

Siehe Hiwis Frankfurt

Solidarische Grüße!

Urlaub technisch nicht möglich! Kanzler Nonne vertröstet uns auf April!

Urlaub für Hilfskräfte ist in der SAP-Software der Universität nicht vorgesehen. Die Universität will sich an das Arbeitsrecht halten und Vorgesetzte und Hilfskräfte über Rechte und Pflichten informieren. Vor einer Entscheidung über eine eventuelle Lohnerhöhung will das Präsidium im April erst mit den Leitungen der anderen Universitäten reden. Das sind kurz gefasst die Ergebnisse des Gesprächs, das die von der Hilfskräfteversammlung am 29. Januar gewählte Verhandlungskommission mit Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne führte. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung des Gesprächs:

Am 22.Februar saßen 5 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte dem Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne in dessen Arbeitszimmer gegenüber. Thema des einstündigen Gesprächs war die Ungleichbehandlung von studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften, die weder an den Gehaltserhöhungen der letzten 15 Jahre, noch an der zum 1. April anstehenden Lohnerhöhung um 2,4 Prozent teilhaben.

Grundsätzlich hat Herr Nonne zur Kenntnis genommen, dass die studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte einen dringenden Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Arbeitssituation sehen, insbesondere bei der Bezahlung. Ob und inwiefern das Präsidium diesem Handlungsbedarf Rechnung tragen wird, sei allerdings noch unklar, da erst Gespräche geführt werden müssten. Dabei sollte möglichst eine Einigung mit den anderen hessischen Universitäten angestrebt werden. Mit welcher Position das Präsidium in die Gespräche mit den anderen Unis gehen wird, wollte Herr Nonne nicht sagen.

Prinzipiell ist eine landesweit einheitliche Gehaltserhöhung natürlich auch für unsere Initiative wünschenswert und sinnvoll. Allerdings sollten dabei unsere Forderungen nicht verwässert werden und die Uni Marburg nicht aus ihrer Verantwortung gegenüber der großen Zahl der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte entlassen werden,. Immerhin können die hessischen Universitäten seit 2004 eigenständig entscheiden, wie viel sie für die im Universitätsbetrieb unentbehrliche Arbeit der Hilfskräfte zahlen. Das konnte auch Herr Nonne nicht abstreiten und er sicherte uns zu, dass die Uni Marburg sich nicht von der Entscheidung der anderen Unis abhängig machen werde. Eine Festlegung, Hilfskräfte in alle kommenden Tariferhöhungen einzubeziehen, bezeichnete er aber als sehr unwahrscheinlich und konnte sich eine solche auch bei einem Alleingang der Uni Marburg nicht vorstellen. Das positive Beispiel der FH Frankfurt, die ihre Hilfskraftlöhne kürzlich fast verdoppelte, tat Nonne wegen der geringen Zahl der Hilfskräfte und der sozialen Ausrichtung der dort angebotenen Studiengänge (sic!) als unbedeutend ab.

Die Gelegenheit zu einem Gespräch und einer hessenweiten Abstimmung der Vorgehensweise sah der Kanzler im April auf der nächsten Sitzung der Konferenz hessischer Universitätspräsidien. Eine Lösung vor dem Ablauf des Ultimatums der Hilfskräfteversammlung, also vor der Tariferhöhung am 1.April, hielt er für unrealistisch.

Erhebliche Eingeständnisse musste Herr Nonne bei der dritten Forderung der Versammlung, der Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Bestimmungen, machen. Prinzipiell hielte sich die Uni Marburg natürlich an die Bestimmungen der Arbeitsverträge, so der Kanzler. Der Hinweis auf eine unmögliche Durchsetzung der Urlaubsansprüche brachte ihn in große Verlegenheit, da er eingestehen musste, dass die Universitätsverwaltung diese nicht richtig umsetzen kann. Die SAP-Software der Universität könne Urlaubsanträge der Hilfskräfte nicht bearbeiten. Er räumte hier einen eine nicht tragbare Situation ein und gelobte Besserung.
Auch dass studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte sich oft in einem schwierigen Arbeitsverhältnis befinden, da sie teilweise selbst ihre Rechte nicht genau kennen, oder sie gegenüber ebenso ahnungslosen Vorgesetzten gelten machen müssen, von deren Wohlwollen sie oftmals finanziell (Jobverlängerung) und wissenschaftlich (Studium und Prüfungen) abhängig sind, sah Herr Nonne ein. Eine bessere Information der Hilfskräfte befand er für sinnvoll und stellte eine entsprechende Broschüre in Aussicht. Dieses Versprechen hatte der Kanzler dem AStA allerdings schon vor drei Jahren gegeben. Dass trotz eines dringenden Handlungsbedarfs nichts passiert ist, zeigt, dass das Präsidium unsere Situation und unsere Forderungen nicht ernst nimmt!

Das Totschlag-Argument ‚alle müssten sparen und die Uni habe kein Geld’ durfte natürlich nicht fehlen: Die Tariferhöhungen würden nur teilweise vom Land getragen, den Rest müsse die Uni mit ihrem Haushalt ausgleichen. Den Fachbereichen fehle es sowieso schon an Geld, an eine Gehaltserhöhung sei deshalb nur bei einer Kürzung der Stunden zu denken. Hier wurde noch einmal deutlich, dass selbst gute Argumente beim Präsidium kein Gehör finden. Die Ungleichbehandlung gegenüber anderen Universitätsbediensteten durch den Ausschluss aus allen Entgelterhöhungen seit 1993 und durch deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen ist nicht mit fehlenden finanziellen Mitteln zu rechtfertigen. Gespart wird bei denjenigen, die sich rechtlich nicht auf Tarifverträge berufen können. Dass dies keine gerechte und hinnehmbare Lösung ist, müssen wir dem Präsidium wohl noch deutlicher machen. Jetzt gilt es auf die Ignoranz des Präsidiums zu reagieren und über angemessene Druckmittel nachzudenken.