Archiv für April 2008

Offenes Treffen der Hilfskraftinitiative

Nachdem sich gezeigt hat, dass wir mit dem entsprechenden Einsatz auch Verbesserungen in unseren Arbeitsbedingungen durchsetzen können, möchten wir alle alten und neuen Interessierten zu einem offenen Treffen der Hilfskraftinitiative einladen. Hierbei wollen wir uns erstens über unseren Teilerfolg freuen, uns aber vor allem auch der Frage widmen, welche Ziele wir uns weiter setzen wollen.

Alle Hilfskräfte sind herzlich eingeladen!

Zeit: Mittwoch, 7. Mai 2008, 18.00 Uhr, Ort: Foyer der Universitätsbibliothek

Lohnerhöhung für Hilfskräfte zum Wintersemester

Die Vergütung für studentische Hilfskräfte an der Uni-Marburg steigt zum Wintersemester 2008/2009 von 8,02 Euro auf 8,50 Euro, der Stundensatz für wissenschaftliche Hilfskräfte steigt zum selben Zeitpunkt von 12,69 auf 13,50 Euro. Die in Zukunft immer häufiger werdenden Hilfskräfte mit B.A.-Abschluss bekommen dann 10,00 Euro. Das teilte das Präsidium in der Sitzung des Senats am 17. März mit. Im vorangegangenen Semester hatten Hilfskräfte an der Uni-Marburg gemeinsam mit Gewerkschaft und AStA eindringlich auf den Missstand hingewiesen, dass die Hilfskräfte die letzte Lohnerhöhung vor inzwi­schen 15 Jahren erhalten haben.

Der Grund dafür ist, dass die Hilfskräfte im Gegensatz zu den anderen Universitätsbeschäftigten nicht nach Tarifvertrag bezahlt werden. Die außertariflich festgesetzten Stundenlöhne der Hilfskräfte wurden 1993 zum letzten Mal angehoben. Im Jahr 2004 hat das Land Hessen es den Hochschulen freigestellt, selbst über die Hilfskraftvergütung zu entschei­den.

Zuerst ist festzustellen, dass ohne den von den Hilfskräften erzeugten Druck auf das Präsidium diese Erhöhung ganz sicher nicht zustande gekommen wäre – lange Zeit hat sich das Präsidium gegen die guten Argumente gänzlich verwehrt. Es lohnt sich also, sich für seine Beschäftigteninteressen einzusetzen! Nach Aussage des Kanzlers haben die hessischen Universitäten vereinbart, diese Stundensätze ein­heitlich anzuwenden. Auch dies ist insgesamt positiv zu bewerten, denn es gibt keinen Grund, die Arbeit der Hilfskräfte an der einen Universität schlechter zu vergüten als an der anderen.

Andererseits ist das Ergebnis aus mehren Gründen nicht ausreichend:

Die Erhöhung kommt zu spät. Auf der Versammlung der Hilfskräfte im Wintersemester haben wir die Universität zu einer Erhöhung zum 1. April aufgefordert, denn alle anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes erhielten ihre Entgelterhöhung zu diesem Zeitpunkt.

Die Stundensätze sind noch immer zu niedrig. In den 15 Jahren ohne Lohnerhöhung betrug sowohl die Inflation als auch die allgemeine Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst über 20%, dieser Rückstand ist somit noch lange nicht ausgeglichen.

Der Kanzler hat im Gespräch klar gemacht, dass er sich auch in Zukunft keine automatische Anpassung der Hilfskraftvergütung im Einklang mit den Tarif-Beschäftigten vorstellen kann. Das heißt, die Hilfskräfte drohen schon bei der nächsten Einkommens­erhöhung wieder „vergessen“ zu werden.

Als Zwischenstand bleibt festzuhalten:

Von alleine scheint sich das Präsidium kaum um die Interessen der Hilfskräfte zu bemühen, nur durch entsprechendes Enga­gement lassen sich die Arbeitsbedingungen verbessern!

Die zum Wintersemester beschlossene Erhöhung ist erfreulich, aber nicht ausreichen!

Auch bei den allgemeinen Arbeitsbedingungen gibt es weiterhin Probleme, etwa in der Umsetzung des gesetzlichen Anspruchs auf bezahlten Urlaub!

Die Universitäten scheinen gar kein so großes Interesse an der immer wieder beschworenen Autonomie zu haben (zu recht). Deswegen sollte die Vergütung wieder vom Land geregelt werden – und zwar per Tarifvertrag, dann kann die Vergütung nicht mehr einseitig vom Arbeitgeber festgesetzt werden und regelmäßige Lohnerhöhungen wären gemeinsam mit den anderen Beschäf­tigtengruppen leichter durchzusetzen.

Hilfskräfte in der Maizeitung des DGB

Die Maizeitung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit 2008 enthält auch einen Artikel zur Situation der studentischen und wissenschaftlichen HIlfskräfte an den mittelhessischen Universitäten. Nähere Informationen zum 1. Mai in Mittelhessen und auch die gesamte Maizeitung als Download finden sich hier:

http://www.region-mittelhessen.dgb.de/index_html

Maizeitung Mittelhessen 2008 S16

Erhöhung der Stundensätze in Kassel ab Sommersemester 2008

Nach der FH Frankfurt hat zum 1. April 2008 die Universität Kassel als zweite hessische Hochschule die Stundensätze für ihre Hilfskräfte erhöht. Ab dem 1. April 2008 erhalten studentische Hilfskräfte in Kassel 8,50 Euro pro Stunde, Hilfskräfte mit BA-Abschluss oder einem Diplom I (ein Überbleibsel vergangener progressiver Hochschulpolitik, entspricht einem FH-Diplom) bekommen 10,00 Euro und wissenschaftliche Hilfskräfte mit einem höheren Abschluss werden mit 13,00 Euro vergütet. Auch in Kassel haben sich Hilfskräfte gemeinsam mit AStA und Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen der Hilfskräfte eingesetzt. Die Erhöhung ist also nicht „vom Himmel gefallen“.