Mehr Lohn für Hilfskräfte in alten Studiengängen – andere Probleme ungelöst

Ab 1. April 2009 können auch studentische Hilfskräfte an der Philipps-Universität, die einen alten, nicht gestuften Studiengang (Diplom, Magister, Staatsexamen) studieren, den für studentische Hilfskräfte mit Bachelor-Abschluss vorgesehenen Stundenlohn von 10 Euro erhalten. Dadurch wird eine Ungleichbehandlung zwischen den unterschiedlichen Studiengängen beseitigt, wie sie bisher bestand, da Studierende in alten Studiengängen – auch bei gleicher Semesterzahl wie KommilitonInnen in einem neuen, gestuften Studiengang – nur den Stundensatz von 8,50 Euro erhalten konnten. Dies trifft ganz besonders Fachbereiche, in denen bislang keine gestuften Studiengänge eingeführt sind (Jura, Medizin, Theologie sowie das Lehramt).
Ab April erhalten Studierende in ungestuften Studiengängen auf ihren Antrag hin (!) ab dem dritten Fachsemester nach abgelegter Zwischenprüfung ebenfalls 10 Euro. Das gleiche gilt bei Studiengängen ohne Zwischenprüfung ab dem 7. Fachsemester. Der Lohn wird erstmals im auf die Antragstellung folgenden Monat gezahlt.
Damit hat das Präsidium eine Forderung der Hilfskraftinitiative und der studentischen SenatorInnen umgesetzt! Leider tauchen neue Probleme auf: Die Verwaltung geht offensichtlich davon aus, dass ein vorliegender Bachelor-Abschluss nur dann zu einem höheren Stundensatz führt, wenn er im gleichen Fach abgelegt wurde, in dem der Master studiert wird. Diese Unterscheidung ist unsinnig, da zahlreiche Schlüsselqualifikationen unabhängig von dem Fach in dem der Abschluss vorliegt gegeben sind. Zudem läuft diese Handhabung auf eine Schlechterstellung von Studierenden in nicht-konsekutiven Masterstudiengängen heraus.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Verwaltung davon ausgeht, dass studentischen Hilfskräfte keinen Anspruch auf unbezahlten Sonderurlaub haben. Ein solcher kann aber dringend erforderlich sein, insbesondere wenn von der Studienordnung vorgesehene Pflichtpraktika absolviert werden müssen.