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Studieren/Promovieren mit Nebenjob am 05.11.2013

Liebe Menschen,

einige Zeit war es ruhig auf der Homapage. Nun sind wir am 05.11.2013 um 19:00 in HSG 00/0070 wieder bei einer Veranstaltung der jungen GEW Hochschulgruppe am Start:

Nebenjob_2013_Plakat

Kommt vorbei!

Eure Hiwi-Ini

Hilfskraft-Vollversammlung

Hallo liebe Menschen!

nach einiger Zeit der digitalen Abstinenz gibt es wieder Neuigkeiten von der Hilfskraftinitiative!

Morgen, am 23.01.2013 um 18 Uhr im Hörsaalgebäude, +1/ 0030 wird es eine Vollversammlung der Hilfskräfte an der Philipps-Universität Marburg geben, lest selbst:

Hiwi-VV-plakat

Zusätzlich findet ihr uns ab heute auch bei Facebook:
http://www.facebook.com/hiwiini

Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen auf der Vollversammlung am 23.01.2013!

eure Hiwi-Ini

Wissenschaft prekär

Auf Spiegel Online findet sich ein interessanter Artikel über „Kettenjobber, Leiharbeiter, Forschungsknechte“.

Einladung zum Hilfskrafttreffen: Di., 31.01. (18h) im AStA

Im März diesen Jahres stehen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes wieder Tarifauseinandersetzungen an. In den vergangenen Jahren waren Hilfskräfte häufig mit einem eigenen Block an Aktionen (Demos, Warnstreiks etc.) dabei. Wir möchten gemeinsam überlegen, ob und wie wir uns dieses Jahr beteiligen wollen!

Außerdem gibt es in der Hilfskraftinitiative konkrete Aufgaben zu übernehmen:

-Unterstützung der Hilfskraftberatung ab voraussichtlich März/ April (mit Möglichkeit der Qualifizierung im Rahmen eines DGB-Seminars)

-Unterstützung der Evaluation des Hilfskraftleitfadens (er ist nur bis 2013 gültig!)

Wenn Ihr Lust habt, in der Hilfskraftinitiative Tarifarbeit oder „Alltagsgeschäft“ kennenzulernen und anzupacken, kommt vorbei und bringt ein paar Kolleg_innen mit!

Di., 06.12., 18 Uhr: Hilfskrafttreffen

Herzliche Einladung zum nächsten

Treffen studentischer und wissenschaftlicher Hilfskräfte
am Di., 06.12. um 18h im AStA (FSK-Raum).

Gemeinsam möchten wir eine Umfrage vorbereiten, die Kritik und
Veränderungswünsche von Hilfskräften bezüglich ihres
Arbeitsverhältnisses dokumentiert und zukünftige Tarifarbeit vorbereitet.

Natürlich wird auch Platz sein zum Austausch über Arbeitsbedingungen und Kennenlernen der Ini-Arbeit.

Einladung

Workshop zu Arbeitsbedingungen von Hilfskräften

findet statt: Do., 14.07., 9-16h im DGB-Haus Marburg, Bahnhofstr. 6

Alle studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte sowie Aktive in Hilfskraftinitiativen sind herzlich eingeladen!

Wir wollen Erfahrungen aus unseren Hilfskraftjobs austauschen und die Initiativen, die es an hessischen Hochschulen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hilfskräften gibt, zusammen bringen. Außerdem soll gezielt besprochen werden, mit welchen Schritten und auf welchen Wegen die Forderungen der Hilfskraftinitiativen nach besseren Beschäftigungsbedingungen umgesetzt werden können.
Eine zentrale Frage scheint hierbei: Wie kommen Hilfskräfte an einen neuen bzw. in einen bereits geltenden Tarifvertrag, in dem viele ihrer Anliegen enthalten sind?

Der Workshop findet in Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Berliner Hilfskraft-Personalräten und ver.di statt.

Welche Rechte habe ich im Job? Hilfskraft-Sprechstunde: montags, 14.30 im AStA

Fragen zu eurem Arbeitsverhältnis als studentische Hilfskraft oder zum Hilfskraftleitfaden klären wir gemeinsam in der Hilfskraft-Sprechstunde: ab 18.04. jeden Montag um 14.30 im AStA (FSK-Raum). Viele dieser Fragen, z.B. zu Urlaubsansprüchen, Steuerfreibeträgen oder Versicherungsleistungen kann euch auch die Sozialberatung des AStA beantworten. Das Angebot einer Sprechstunde speziell für Hilfskräfte an der Uni begreifen wir als eine Ergänzung zum Angebot der Sozialberatung.

Die Sprechstunde ist auch Anlaufstelle, wenn eure Rechte als Arbeitnehmer_innen an der Uni nicht beachtet werden.

Die Interessenvertretung der wissenschaftlichen Hilfskräfte ist der Personalrat der Philipps-Universität. Wissenschaftliche Hilfskräfte können die Sprechstunde jedoch auch gerne nutzen, z.B. zum Austausch mit anderen WHKen oder um sich über die Arbeit der Hilfskraftinitiative zu informieren.1

  1. Der Ausschluss von studentischen Hilfskräften aus dem hessischen Personalvertretungsgesetz bleibt ein großes Problem. Dass es anders geht, zeigt das Beispiel Berlins: dort bilden studentische Hilfskräfte eigene Personalräte. Der Mangel einer gesetzlichen Interessenvertretung auch für studentische Hilfksräfte kann und soll durch das Angebot einer Hilfskraftsprechstunde nicht behoben werden. [zurück]

Uniweiter Leitfaden zur Verbesserung des Beschäftigungsverhältnisses als Hilfskraft eingeführt!

Nach zwei Jahren Arbeit in der Senatskommission für Hilfskraft-Stellen ist seit dem Sommersemester 2011 der Leitfaden für das Beschäftigungsverhältnis als wissenschaftliche oder studentische Hilfskraft gültig. Wir werten das als Erfolg für die Hilfskräfte der Philipps-Universität und sehen darin einen notwendigen Schritt hin zu weiteren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von Hilfskräften!

Der Leitfaden bietet wichtige Infos zu Rechten im Hilfskraftjob (u.a. Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Elterngeld) und zur Transparenz des Einstellungsverfahrens. Außerdem sind Arbeitgeber_innen angehalten, bei studentischen Hilfskräften einen monatlichen Beschäftigungsumfang von 30 Stunden und eine Vertragslaufzeit von 6 Monaten nicht zu unterschreiten. Für wissenschaftliche Hilfskräfte sind im Regelfall 82 Monatsstunden und eine 12monatige Vertragslaufzeit vorzusehen. WICHTIG: Dies sind Regelungen, die den Bedürfnissen von Studierenden entgegenkommen sollen, die ihr Studium durch einen Hilfskraftjob (teil)finanzieren müssen. Eine geringere Stundenanzahl und Vertragslaufzeit können AUF WUNSCH DES/ DER STUDIERENDEN vereinbart, dürfen jedoch nicht durch Arbeitgeber_innen vorausgesetzt werden. Ebenso ist eine höhere Monatsstundenzahl und längere Vertragslaufzeit weiterhin möglich. Es sollte jeweils geprüft werden, ob eine längerfristige Anstellung sinnvoll ist, insbesondere wenn sich dadurch die Planungssicherheit der Hilfskräfte erhöht, die Art der Tätigkeit dies nahe legt oder bürokratischer Mehraufwand, z.B. in Form von Wiedereinstellungen, so vermieden werden kann.

Fordert eure Rechte ein! Der Leitfaden soll euch dabei helfen. Teilt uns mit, wie der Leitfaden an eurem Fachbereich/ in eurer Einrichtung befolgt wird. Werden alle Hilfskraftstellen ausgeschrieben? Werden im Leitfaden angesetzter Beschäftigungsumfang und Vertragslaufzeit eingehalten? Bekommt ihr rechtzeitig eure Arbeitsverträge ausgestellt? Wird euer Recht auf Lohnfortzahlung bei Krankheit und bezahlten Urlaub beachtet?

Ihr könnt hier eine Nachricht an die Hilfskraftinitiative schreiben. Gern könnt ihr auch in unserer Sprechstunde montags, 14.30-15.30 im AStA vorbeischauen. Beide Wege könnt ihr auch nutzen, wenn ihr bei der Hilfskraftini mitarbeiten wollt.

Vorerst ist der Leitfaden für zwei Jahre in Kraft und wird zum WiSe 2012/13 evaluiert. Dabei sind eure Beobachtungen und Erfahrungen wichtig!

Klar ist, dass der Leitfaden schon jetzt an manchen Stellen überarbeitungsbedürftig ist: der Hilfskraftlohn von 8,50/ 10,-/ 13,50 Euro ist noch immer niedriger als das Lohnniveau von 1994! De fakto haben die hessischen Hochschulen durch mangelnde Angleichung der Hilfskraftlöhne an die Inflation seit 17 Jahren ordentlich Geld gespart, und zwar auf Kosten der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte! Die Hilfskräfte an der Philipps-Uni haben schon einmal, zum WiSe 2008/09, eine Lohnerhöhung erstritten. Zeit, an alte Erfolge anzuknüpfen…

Tarifeinigung in Hessen – Hilfskräfte weiter benachteiligt!

Am 5. April hat sich das Land Hessen mit den Gewerkschaften auf eine Tariferhöhung geeinigt: Für die Landesbeschäftigten gibt es eine Einmalzahlung von 360 Euro sowie eine Lohnerhöhung um 1,5% zum 1.4.2011 sowie um 2,6% zum 1.3.1012. Die Gewerkschaften konnten ihre Forderung nach einer Ausweitung des Geltungsbereichs um die wissenschaftlichen Hilfskräfte leider nicht durchsetzen. Zumindest sollen die bisher ausgenommenen künstlerischen Lehrkräfte an Kunst- und Musikhochschulen zukünftig in den Tarifvertrag-Hessen (TV-H) einbezogen werden. Da Hilfskräfte weiterhin ausgenommen sind, werden sie auch nicht von dieser Tariferhöhung profitieren, es sei denn die Hochschulen nehmen sie zum Anlass, auch die Hilfskraftvergütung anzupassen. Kanzler Nonne hat bei der einmaligen Erhöhung der Hilfskraftvergütung 2008 aber schon angekündigt, dass er in dieser Hinsicht keinen Automatismus sieht.

Ein Erhöhung der aktuellen Stundensätze für Hilfskräfte an der Philipps-Universität von 8,50 Euro, 10,00 Euro und 13,50 Euro um 1,5% und nochmals um 2,6% würde zu folgenden Sätzen führen: 8,63 Euro/8,85 Euro, 10,15 Euro/10,41 Euro und 13,70 Euro/14,06 Euro. Die Hilfskraftvergütung war ab 1994 von der allgemeinen Lohnentwicklung abgehängt, die damals geltenden Stundensätze von 8,02 Euro für studentische Hilfskräfte und von 12,69 Euro für wissenschaftlichen Hilfskräfte wurden seit dem nur einmal, nämlich 2008, auf die nun geltenden Stundenlöhne angehoben. Durch die Inflation sind sie real deutlich gesunken: Würde alleine die vom Statistischen Bundesamt für die Jahre von 1995 bis 2010 ausgewiesene Inflation ausgeglichen, dann müssten sie heute bei 9,94 Euro und 15,72 Euro liegen! Daher wäre eine deutlich weitgehendere Lohnerhöhung für Hilfskräfte mehr als angebracht.

Hilfskräfte im Warnstreik

Am 28. Februar 2011 haben die Beschäftigten des Landes Hessen in einem Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Neben Einkommensverbesserungen fordern die Gewerkschaften insbesondere auch die Einbeziehung von wissenschaftlichen Hilfskräften in den Tarifvertrag. Daher waren auch wissenschaftliche Hilfskräfte zum Streik aufgerufen. Die Bezahlung nach dem Tarifvertrag-Hessen (TV-H) brächte für diese zahlreiche Verbesserungen: neben deutlich höheren Stundenlöhnen beispielsweise auch den Anspruch auf tariflichen Erholungsurlaub. An einer Kundgebung in Frankfurt haben sich daher Hilfskräfte aus Marburg, Gießen und Frankfurt beteiligt.

Warnstreik 02-2011

Neue Belege für alte Probleme

In 2010 sind mehrere wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die sich mit studentischen (und wissenschaftlichen) Hilfskräften beschäftigen. Dort finden sich Argumente, die die Forderungen der Hilfskraftinitiative unterstützen:

Christian Schneickert/Alexander Lenger: Studentische Hilfskräfte im deutschen Bildungswesen, in: Berliner Journal für Soziologie, 2/2010

Die Autoren ordnen die prekäre Stellung von Hilfskräften als ein Ausdruck der spezifischen Strukturen des Wissenschaftssystems ein.

Das Berliner Journal für Soziologie ist in der Bibliothek für Soziologie vorhanden oder über OPAC als elektronische Ressource verfügbar.

Britta Lammers: ‚Leistung wird belohnt‘ oder ‚Bürgerliche suchen Bürgerkinder‘? Die Rekrutierung studentischer Hilfskräfte am Beispiel der Universität Oldenburg, Oldenburger Studien zur Europäisierung und zur transnationalen Regulierung, Ausgewählte Abschlussarbeiten 2010/02

Die Autorin hat, unter Rückgriff auf die Theorie des sozialen Feldes von Pierre Bourdieu, die Rekrutierungspraxis von studentischen Hilfskräften durch ProfessorInnen der Uni Oldenburg empirisch untersucht. Sie stellt fest, dass diese überwiegend informell und hinsichtlich der Auswahlkriterien unsystematisch und unreflektiert abläuft. Dadurch wird das legitime Prinzip der Auswahl nach Eignung durch die illegitime Auswahl nach sozialer Ähnlichkeit konterkariert.

Wolfgang Isserstedt/Elke Middendorf/Maren Kandulla/Lars Borchert/Michael Leszczensky: Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2009, 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-Systeme, Berlin 2010

Die aktuelle Sozialerhebung des DSW beschäftigt sich auch mit studentischer Erwerbstätigkeit und legt nun auch dar, welchen Tätigkeiten Studierende in Abhängigkeit von ihrer sozialen Herkunft nachgehen. Studierende aus den beiden niedrigen sozialen Herkunftsgruppen sind zu 28% als studentische oder als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. In der gehobenen sozialen Herkunftsgruppe sind es hingegen 33% und in der hohen sozialen Herkunftsgruppe 37% (S. 393). Diese Zahlen bestätigen die These der Marburger Hilfskraftstsudie aus 2004, dass man es sich „leisten können muss“, als Hilfskraft zu arbeiten. Der durchschnittliche Stundenverdienst aller jobbenden Studierenden liegt bei 10 Euro (S. 395), die Hilfskrafttätigkeit gehört also nicht zu den verhältnismäßig gut bezahlten Studierendenjobs.

Around the Clock: Nachtarbeit von Hilfskräften

Studentische Hilfskräfte an der Philipps-Universität arbeiten nicht nur am Tag, sondern mitunter auch in der Nacht: In der Universitätsbibliothek ermöglichen sie die Öffnung bis um Mitternacht. In der Marburger Hilfskraftstudie haben mehrere Hilfskräfte von ihrem Kampf gegen die Müdigkeit berichtet, wenn sie im Schlaflabor schlafmedizinische Untersuchungen betreuen. Normalerweise wird Nachtarbeit durch einen Zuschlag honoriert – schließlich ist Nachtarbeit besonders schlecht mit dem Biorhythmus fast aller Menschen vereinbar. Zudem verpasst man durch sie auch das Zeitfenster für die meisten anderen Aktivitäten, sei es am (späteren) Abend, oder am folgenden Vormittag. Hilfskräfte aber erhalten auch bei Nachtarbeit an der Philipps-Universität bislang nur den ganz gewöhnlichen Stundensatz. Diese Praxis steht aber im Widerspruch zu einer Bestimmung des Arbeitszeitgesetzes, welches in § 6, Absatz 5 regelt:

„Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren.“

Als Nachtarbeit wird in § 2, Absatz 3 Arbeit zwischen 23 und sechs Uhr definiert.

Tarifbeschäftigte erhalten in Hessen für Nachtarbeit einen Zuschlag von 20%. Nachtarbeit beginnt nach dem Tarifvertrag-Hessen (TV-H) allerdings schon um 21 Uhr. Für Samstagsarbeit ab 13 Uhr erhalten Tarifbeschäftigte ebenfalls einen Zuschlag von 20%, für Sonntagsarbeit 25% und für Feiertagsarbeit 135%. Da Hilfskräfte aus dem für die Beschäftigten der Uni geltenden TV-H ausgenommen sind, müsste die Universität ihnen zumindest auf Grundlage des Arbeitszeitgesetzes einen „angemessenen“ Zuschlag für Nachtarbeit einräumen. Der Personalrat hat angekündigt, dies nun von der Hochschulleitung einzufordern.

Hilfskraftinitiative auf Großdemonstration in Wiesbaden

Am 11. Mai 2010 haben in Wiesbaden über 10.000 Studierende und Beschäftigte gegen die von der CDU/FDP-Landesregierung geforderten Einsparungen an den hessischen Hochschulen demonstriert. In diesem Rahmen hat auch die Hilfskraftinitiative auf die besonderen Problemlagen dieser Gruppe hingewiesen. Als Beschäftigte und als Studierende droht eine doppelte Betroffenheit von den zu befürchtenden Sparmaßnahmen. Unsere Forderung nach eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere auch über einen Tarifvertrag, gewinnt dadurch weiter an Dringlichkeit.

Hilfskraefte in den Tarifvertrag!

anders.besser.mehr

SPON zu Hilfskräften

Spiegel Online beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit den Arbeitsbedingungen von studentischen Hilfskräften bundesweit. Auch über uns wird berichtet.

Zusammen sind wir weniger allein – Gemeinsam protestieren gegen den Hochschulpakt!

Es regt sich massiver Protest gegen das von der hessischen Landesregierung im neuen Hochschulpakt verhängte 30 Millionen Euro Sparpaket. Diesmal sind selbst Präsidium und die ProfessorInnenschaft davon überzeugt, dass das so nicht geht. Abe nur weil alle Angehörigen der Universität gemeinsam gegen die geplanten Kürzungen sind, heißt das nicht, dass auch alle gleichermaßen davon betroffen sind. Denn die universitären Verteilungskämpfe haben längst begonnen – und die Verlierer stehen bereits fest.

Sparen an Bildung ist wieder in
Drastische Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich haben in Hessen mittlerweile eine langehegte Tradition – wir erinnern uns an die „Operation Sichere Zukunft“ im Jahr 2003 oder die Einführung allgemeiner Studiengebühren im WiSe 2006/07. Nun sollen krisenbedingte Steuerausfälle mit Hilfe des neuen Hochschulpaktes durch Millionenkürzungen auf die Hochschulen abgewälzt werden. Dabei sind finanzielle Kürzungen immer auch ein Angriff auf die Anzahl und die Qualität der Arbeitsverhältnisse in öffentlichen Institutionen – besonders an den Universitäten, wo ein besonders hoher Anteil des Etats für Beschäftigungsverhältnisse benötigt wird (an der Philipps-Universität beträgt das Personalbudget bis zu 80% des Gesamtbudgets).

Personaleinsparungen nach unten deligiert
Wer von den pauschalen Einsparungen beim Personal, wie sie von der Marburger Unipräsidentin Katharina Krause in einer Präsentation zum Hochschulpakt bereits angekündigt wurden, besonders betroffen sein wird, können wir uns leicht ausrechnen: Es sind vor allem Beschäftigte mit befristeten Verträgen, die nicht mehr verlängert werden. Es sind die nicht tarifvertraglich abgesicherten Beschäftigten, deren Reallöhne weiter gedrückt werden. Und es sind alle anderen, die in der Hierarchie der Universität weit genug unten stehen, um Angst um ihren Arbeitsplatz zu haben. Auf uns wissenschaftliche und studentische Beschäftigte treffen all diese Merkmale zu, so dass sich am jetzt schon prekären Status unserer Beschäftigung – kurze Vertragslaufzeiten, vergleichsweise geringe Entlohnung, unbezahlte Mehrarbeit – durch die Sparmaßnahmen noch einiges verschlechtern wird.

Bisher erkämpftes in Gefahr
So können z. B. bisher erkämpfte Verbesserungen bei der Bezahlung durch die Hochschulen in Frage gestellt werden und auch die Verabschiedung der Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hilfskräften (die u.a. Mindeststundenzahlen und – vertragslaufzeiten festlegen sollte) rückt zunächst in weite Ferne. Die unbezahlte Mehrarbeit wird durch die Delegierung von immer verantwortungsvolleren Aufgaben an Hilfskräfte zunehmen. Der bestehende Einstellungsstopp fordert schon jetzt seinen Tribut von den Hilfskräften, die aufgrund noch nicht unterschriebener neuer bzw. fehlender Verlängerungen bestehender Arbeitsverträge momentan teilweise ohne Bezahlung arbeiten. Dabei sind die miserablen Arbeitsbedingungen für studentische und wissenschaftliche Beschäftigte alles andere als ein Luxusproblem von Studierenden, die den ein oder anderen Euro nebenher verdienen wollen. Ein erheblicher Teil der studentischen Beschäftigten muss sich von dem Geld zumindest zum Teil den Lebensunterhalt finanzieren. Für die wissenschaftlichen Hilfskräfte, die de facto die gleiche Arbeit wie „reguläre“ wissenschaftliche Beschäftigte leisten, gilt dies noch in erhöhtem Maße.

Was tun wenns brennt?
Wie aber sollen wir Hilfskräfte uns nun in den folgenden Auseinandersetzungen mit der Landesregierung und innerhalb der eigenen Unis verhalten? Ein kraftvoller Protest gegen die Kürzungen der hessischen Regierung an den Hochschulen ist auf jeden Fall angebracht – insbesondere auch im Bündnis mit den anderen Beschäftigten an den Hochschulen. Auch die Solidarität mit anderen Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls oder noch prekärer leben und arbeiten müssen, und die besonders unter der Krisenhaftigkeit des bestehenden Wirtschaftssystems leiden, sollte dabei nicht vernachlässigt werden.

Laut und solidarisch protestieren
In den weiteren Auseinandersetzungen, die innerhalb der Hochschulen drohen, sollten wir in jedem Fall die unterschiedlichen Interessenlagen zwischen privilegiert und prekär Beschäftigten sowie zwischen den Hierarchieebenen klar machen. Dabei sollten die Beschäftigteninterssen gemeinsam mit Personalräten, Gewerkschaften, Studierendenvertretungen und sonstigen möglichen BündnispartnerInnen klar formuliert und durchgesetzt werden. Eine klar formulierte Position durch uns als prekär Beschäftigte schützt dabei sowohl vor einer Identifikation mit dem vermeintlichen Gesamtinteresse der Universität, zu deren Wohl wir alle „den Gürtel enger schnallen müssen“, als auch vor Vereinnahmungen in inszenierten und häufig peinlich wirkenden Machtspielchen zwischen einzelnen Fachbereichen, Instituten und ProfessorInnen.

Konkret können wir uns als Hilfskräfte auf folgenden Versammlungen und Veranstaltungen artikulieren:

Di., 11.05., 15 Uhr in Wiesbaden: Demo gegen Hochschulpakt und Kürzungen – zur gemeinsamen Anreise treffen wir uns um 12.00 Uhr am Marburger Hauptbahnhof

Mi., 19.05., 18 Uhr im Orientzentrumin in der Deutschhausstraße 12 (Hörsaal 00A26): uniweite Hilfskraft-Vollversammlung

Immer gut: Mitmachen in der Hilfskraftinitiative!!!